Anamnese-Vorlage für Kosmetikstudios — was rein muss, was raus kann

Eine gute Anamnese schützt rechtlich und macht Behandlungen besser. Welche Felder Pflicht sind, welche optional — und wie Sie die Anamnese in 10 Minuten ausfüllbar machen.

Geschrieben von Maity Simon · · 6 Min Lesezeit

Eine sauber geführte Anamnese ist im Studio mehr als Pflicht — sie ist Ihr rechtlicher Anker und gleichzeitig Ihr Wettbewerbsvorteil. Wer im Erstgespräch die richtigen Fragen stellt, behandelt sicherer, beratet besser und vermeidet böse Überraschungen Wochen später.

Pflichtfelder — ohne geht's nicht

Diese Punkte gehören in jeden Anamnese-Bogen, egal welche Behandlung Sie anbieten:

  • Personalien mit Geburtsdatum (für Volljährigkeits-Prüfung und Altersbezogene Risiken)
  • Hauttyp nach Fitzpatrick I–VI (Stichwort Pigmentverschiebung bei Laser/IPL)
  • Medikamente — vor allem Blutverdünner, Isotretinoin, Kortison, Hormone
  • Vorerkrankungen mit Auswirkung: Diabetes, Autoimmun, Epilepsie, Herzschrittmacher
  • Schwangerschaft / Stillzeit — viele Behandlungen sind dann kontraindiziert
  • Allergien auf Kosmetik, Latex, Nickel, Parfum, Wimpernkleber
  • Frühere Behandlungen der letzten 6 Monate (Filler, Botox, Microneedling, chemische Peelings)
  • Foto-Einwilligung separat — DSGVO trennt Behandlungs- und Werbe-Zwecke

Was Sie weglassen können

Felder, die jeder Online-Generator anbietet, aber niemand braucht: „Lieblingsfarbe", „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden" (lieber separat im Marketing-Tool), „Beruf" (ausser es ist medizinisch relevant). Jedes überflüssige Feld senkt die Ausfüll-Quote.

Der Trick mit den Conditional Fields

Statt 80 Pflichtfelder zeigen Sie nur die, die für die Kundin relevant sind:

  • Hakt sie „Diabetes" an → erscheint Folgefrage „Typ 1 oder 2?"
  • Hakt sie „Schwangerschaft" an → „In welcher Woche?"
  • Hakt sie „Blutverdünner" an → „Welches Medikament?"

So bleiben 90 % der Bögen kurz und der Rest erfasst die wirklich kritischen Details.

Vor der Behandlung: Signatur

Eine Anamnese ohne Unterschrift ist rechtlich wertlos. Bei jeder risiko-pflichtigen Behandlung (Microneedling, Laser, IPL, Peeling, PMU, Filler) muss die Kundin vor jeder einzelnen Sitzung bestätigen, dass die Anamnese aktuell ist. Mit digitaler Unterschrift, Datum und Sitzungs-ID gemeinsam dokumentiert.

So sieht eine reibungslose digitale Anamnese von Anfang bis Ende aus:

  • Link vorab senden: 24 h vor dem Termin per WhatsApp oder Mail — die Kundin füllt in Ruhe zuhause aus.
  • Nur Relevantes fragen: Conditional Fields blenden nur die Folgefragen ein, die wirklich zutreffen.
  • Digital signieren: Die Kundin bestätigt am Handy — verknüpft mit Datum und Sitzungs-ID.
  • Sicher ablegen: Automatisch verschlüsselt gespeichert und 10 Jahre auffindbar.

Tipp aus der Praxis: Schicken Sie den Anamnese-Link 24 h vor dem Termin per WhatsApp. Die Kundin füllt zuhause in Ruhe aus, Sie sparen 15-20 Min pro Erstbehandlung, und die Daten sind beim Termin schon im System.

Aufbewahrung

Schweizer Obligationenrecht verlangt 10 Jahre Aufbewahrung medizinischer Dokumentation. Anamnesen gehören dazu. Heisst: Sauber digital ablegen, regelmässig sichern, bei DSGVO-Anfragen auf Knopfdruck zugänglich. Genau das übernimmt eine Studio-Software mit digitalem Anamnese-Modul.

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